(Saarbrücker Zeitung, 13. Oktober 2021)

Foto: Elke Jacobi
Geschäftsführer Patrick Kern (links), Kaufmännische Leiterin Michaela Krahl und Geschäftsführer Alexander Hartmann.

 

Die Spiesen-Elversberger Firma Autec Softwareentwicklung und Hardwareplanung GmbH vergrößert sich. Am 14. Oktober ist Grundsteinlegung im Gewerbegebiet Truckenbrunnen. Seit 30 Jahren besteht die Firma, Geschenke zum Jubiläum gibt’s auch – für die Gemeinde.

VON ELKE JACOBI

SPIESEN-ELVERSBERG || Alexander Hartmann hat einen Traum. Hartmann ist einer der beiden Geschäftsführer der Spiesen-Elversberger Firma Autec , Softwareentwicklung und Hardwareplanung. In ein paar Jahren, so stellt er sich vor, bewerben sich junge Leute für das Unternehmen und erwähnen im Vorstellungsgespräch: „Sie haben doch damals gespendet für die iPads und die Digitalisierung an unserer Schule.“ Dann, so ist sich Hartmann sicher, weiß man: Alles richtiggemacht. 30 000 Euro wird das Unternehmen in Form eines symbolischen Schecks am 14. Oktober an Spiesen-Elversbergs Bürgermeister Bernd Huf über‐reichen. Für jedes Betriebsjahr einen Tausender, zu investieren eben in die Digitalisierung der Schulen.

Das Ganze im Rahmen der Grundsteinlegung für das neue Firmengebäude Im Truckenbrunnen. „Wir sind total glücklich, dass das mit dem Neubau in der Gemeinde Spiesen-Elversberg geklappt hat“, sagt Hartmann beim Besuch der SZ. Für die 25 Leute, die zurzeit hier arbeiten, wird es eng. Fürs erste will man im Neubau auf 30 bis 35 aufstocken, bis 50 wäre noch machbar. Dann müsste noch ein Anbau her. Aber für den ist am neuen Standort Truckenbunnen auch noch Platz. Aus der Gemeinde wollte man ungern weg. Denn alle, die hier arbeiten, wohnen um Umkreis von maximal 50 Kilometern, bis Kaiserslautern und den Bostalsee oder Dillingen. „Wir liegen hier zentral, ein Umzug in eine andere Gemeinde hätte für die Mitarbeiter Nachteile“, sagt Hartmann. Er ist als Geschäftsführer für den Bereich Planung und Beratung zuständig, arbeitet viel mit Fachleuten für Klima, Heizung zusammen. Da könnte er sich durchaus vorstellen, dass man die auch räumlich mit ins neue Gebäude nimmt.

Geschäftsführer für Bereich zwei, IT und Automatisierung, ist Patrick Kern. Er ist seit 2019 in dem 1991 von Markus Feit und Ludwig Horbach gegründeten Unternehmen. „Rückblickend“, so sagt Kern, „ist es sicher das Erfolgsgeheimnis der Firma, dass sie so breit aufgestellt ist. Sehr, sehr breit. Es gibt eben nicht nur eine Sparte.“ Die Kaufmännische Leiterin Michaela Krahl macht das an einem Beispiel deutlich. „Nehmen wir ein Abwasserprojekt. Da können wir zur Planung auch gleich noch die IT anbieten.“ Das Unternehmen sei besonders stark dort, wo beide Bereiche gebraucht werden.

Diese Stärke zieht das Unternehmen aus seinen Mitarbeitern, da sind sich Hartmann und Kern ganz einig. So sei es eines der Ziele, junge Menschen für die Firma zu gewinnen, beispielsweise solche, die Lust auf ein duales Studium haben. Und das in jedem Bereich: Elektrotechnik, Energietechnik, Automatisierungs‐technik. Auch Auszubildenden bietet man gerne eine Chance, sich innerhalb des Unternehmens hochzuarbeiten, Krahl selbst ist ein Beispiel dafür. Angefangen hatte damals, 1991, alles mit den beiden Geschäftsführern und einem Mitarbeiter. Bis 2017 hat sich das Unternehmen kontinuierlich auf 20 Mitarbeiter gesteigert. Während Corona waren die Auftragsbücher so voll, dass man fünf weitere Leuteeinstellen konnte.

Hartmann selbst hat im Übrigen auch bereits während des Studiums hier gearbeitet. 2012 hat er angefangen. Krahl ist seit 2013 dabei. Und Kern ergänzt: „Den fertigen Mitarbeiter gibt es nicht. Was zählt für uns, ist vor allem auch die Praxis. Viele Sparten bei uns überschneiden sich. Da muss man sich einfach im Laufe der Zeit reinfinden.“ Was Kern besonders schätzt: „Jedes Projekt ist anders, jedes ist eine neue Herausforderung. Nichts von der Stange.“

Das Aufgabenfeld ist breit gefächert. Da wird die Planung für eine Schule oder ein Autohaus gemacht, für eine Müllverbrennungsanlage oder für die Kläranlagen der EVS. Hartmanns Abteilung, zurzeit sieben Mitarbeiter, übernimmt dann die Papierarbeit. Die Arbeiten selbst werden ausgeschrieben. Nur die Bauüberwachung, die macht dann noch mal Autec.

Ein wichtiges Stichwort: Fernwerktechnik. „Wo man früher selbst hinfahren musste“, sagt Kern, „kann man heute auch mal via Bildschirm kommunizieren.“ In seiner Abteilung arbeiten 14 Mitarbeiter. Zwei Leute Verwaltung kommen momentan noch dazu. Gut sei, dass Planung und IT bereits im Vorfeld miteinanderreden können, Konzept und Umsetzung aus einer Hand kommen. Weiter als 150Kilometer weg vom Standort geht man nicht: Saarland, Rheinland-Pfalz bis Karlsruhe, Luxemburg. „Alles, was man mit dem Auto anfahren kann“, sagt Kern. Schließlich werde bei ihnen im Unternehmen Familie groß geschrieben. Der 38-jährige Hartmann hat selbst zwei Söhne. „Die freuen sich, wenn Papa abends zu Hause ist.“ Und das sollen auch die Mitarbeiter können.

Überhaupt die Mitarbeiter. „Die sind wichtig, für die muss man sorgen, auf die sind wir stolz“, sagt Hartmann. Gute Mitarbeiter und gute Kundenbeziehungen ,das sei das Firmengeheimnis. „Der Anspruch, dass wir gute Arbeit machen, ist tief verankert“, macht Kern deutlich. Zufriedene Mitarbeiter, so Hartmann, sind das A und O und das erklärte Ziel der Firma. Für die gibt es im Neubau auf jedem der drei Stockwerke eine Teamlounge und einen Kicker. Ein Grillplatz ist außer‐dem geplant. Bis Januar soll der Rohbau fertig sein. Das kommende Jahr ist dann der Innenausstattung und dem Außenbereich gewidmet. 2023 will man dann einziehen.

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Quelle: https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/neunkirchen/spiesen-elversberg/firma-autec-aus-spiesen-elversberg-hat-grundsteinlegung-fuer-neubau_aid-63363895